Gefahrgut ist Fracht, die aufgrund ihrer Gefährlichkeit besondere Anforderungen an den Transport / die Beförderung stellt. Hierzu gehören u.a. radioaktive, explosive, brennbare, giftige und ätzende Chemikalien.
Vorschriften
Über den Transport von Gefahrgut existieren besondere Vorschriften hinsichtlich Verpackung, Ladungssicherung und Kennzeichnung. Diese sind für viele europäische und benachbarte Länder durch die Übereinkommen des Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) für den Straßenverkehr bzw. Reglement concernant le transport international ferroviaire de marchandises Dangereuses (RID) beim Schienenverkehr gegeben. Der Fahrer muss einen Gefahrgutführerschein besitzen, alle an Umschlag und Transport Beteiligten müssen Sachkenntnisse über die Gefahrgutvorschriften nachweisen.
Zweck der Vorschriften ist eine genaue und schnelle Information der Rettungskräfte (Feuerwehr), damit im Unglücksfall sofort die richtigen Maßnahmen getroffen werden.
Zu unterscheiden sind zwei sehr verschiedene Rechtsgebiete:
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Gefahrgutrecht |
bei Transport und transportbedingter Zwischenlagerung |
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Gefahrstoffrecht |
bei der Lagerung und der Verwendung |
Gefahrgut wird gem. ADR je nach Gefährlichkeitsmerkmal in verschiedene Klassen eingeteilt. Dies sind:
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Klasse 1 |
Explosivstoffe und Gegenstände mit Explosivstoffen |
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Klasse 2 |
Gase |
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Klasse 3 |
Entzündbare flüssige Stoffe |
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Klasse 4 |
Entzündbare feste Stoffe, selbstentzündliche Stoffe und Stoffe, die mit Wasser entzündliche Gase bilden |
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Klasse 5 |
Oxidierende Stoffe und organische Peroxide |
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Klasse 6 |
Giftige Stoffe und ansteckungsgefährliche Stoffe |
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Klasse 7 |
Radioaktive Stoffe |
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Klasse 8 |
Ätzende Stoffe |
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Klasse 9 |
Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände |
Gefahrzettel
Gefahrzettel sind quadratische, auf der Spitze stehende Schilder, die mittels Piktogrammen und einem speziellen Nummerncode (den oben genannten "Klassen") über die Art der Gefahr Auskunft geben.
Es gibt sie in den Größen 10 x 10cm für Packstücke und 25 x 25cm für LKW's, Tank-LKW's, Aufsetztanks oder Container.
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| Klasse 1 |
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| Explosionsgefährliche Stoffe |
Explosionsgefährliche
Stoffe |
Quadrat auf Spitze stehend, orange
Explosion einer schwarzen Bombe und Nummer der Unterklasse.
Kleine Ziffer 1 in der unteren Ecke.
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Quadrat auf Spitze stehend, orange, mit Zahlenangabe 1.4, 1.5 oder 1.6.
Kleine Ziffer 1 in der unteren Ecke. International mit Aufschrift: EXPLOSIVES
** = Unterklasse und Verträglichkeitsgruppe
*** = Verträglichkeitsgruppe |
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| Klasse 2 |
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| Gasförmige Stoffe |
Brennbare Gase |
Giftige Gase |
Entzündend wirkendes Gas |
Nicht brennbares und nicht giftiges Gas
Quadrat auf Spitze stehend, grün, Gasflasche schwarz oder weiß, kleine 2 in der unteren Ecke |
Quadrat auf Spitze stehend, rot, schwarze Flamme. International mit Aufschrift "FLAMMABLE GAS" |
Quadrat auf Spitze stehend, weiß, Totenkopf mit gekreuzten Gebeinen
International mit Aufschrift "POISON GAS"
* = Angabe der Gefahrenklasse |
Quadrat auf Spitze stehend, gelb, schwarze Flamme über einem Kreis
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| Klasse 3 |
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| Entzündbare flüssige Stoffe |
| Quadrat auf Spitze stehend, rot, weiße oder schwarze Flamme. International mit Aufschrift "FLAMMABLE LIQUID" |
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| Klasse 4.1 |
Klasse 4.2 |
Klasse 4.3 |
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| Brennbare feste Stoffe |
Selbstentzündlich |
Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln |
Quadrat auf Spitze stehend, gleich breite senkrechte rote und weiße Streifen, schwarze Flamme
* = ggf. Angabe der Gefahrenklasse |
Quadrat auf Spitze stehend, schwarze Flamme auf weißem Grund, untere Hälfte des Zettels rot
* = ggf. Angabe der Gefahrklasse |
Quadrat auf der Spitze stehend, blau, weiße oder schwarze Flamme
* = ggf. Angabe der Gefahrklasse |
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| Klasse 5 |
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| Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe |
Organisches Peroxid |
| Quadrat auf der Spitze stehend, gelb, schwarze Flamme über einem Kreis. Kleine Ziffern 5.1 in der unteren Ecke |
Quadrat auf der Spitze stehend, gelb, schwarze Flamme über einem Kreis. Kleine Ziffern 5.2 in der unteren Ecke |
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| Klasse 6 |
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| Giftige Stoffe |
| Klasse 6.1 |
Klasse 6.2 |
| Giftig |
Ansteckungsgefährlich |
| Quadrat auf der Spitze stehend, weiß, Totenkopf mit gekreuzten Gebeinen, International mit Aufschrift "POISON" |
Ansteckungsgefährliche Substanzen
Quadrat auf der Spitze stehend, weiß, 4 überlagerte Ringe, International mit Aufschrift "INFECTIOUS SUBSTANCE" |
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| Klasse 7 |
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| Radioaktive Substanzen |
| Quadrat auf der Spitze stehend, weiß, schwarzes Flügelrad, Aufschrift "RADIOACTIVE" mit einem senkrechten roten Streifen |
Quadrat auf der Spitze stehend, schwarzes Flügelrad auf gelben Grund, untere Hälfte weiß, Aufschrift "RADIOACTIVE" mit zwei oder drei senkrechten roten Streifen |
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| Klasse 8 |
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| Ätzende Stoffe |
| Quadrat auf der Spitze stehend, schwarz-weiß, Reagenzgläser, aus denen Tropfen auf eine Platte und auf eine Hand herabfallen |
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| Klasse 9 |
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| Verschiedene gefährliche Stoffe |
| Quadrat auf der Spitze stehend, gleich breite, senkrechte schwarze und weiße Streifen bis zur Mitte, untere Hälfte weiß mit schwarzer "9" |
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| Zusatzkennzeichen |
| Als Zusatzkennzeichen sind die hier abgebildeten Kennzeichen zu verwenden, sie dürfen jedoch keine Klassennummer in der unteren Spitze tragen |
| ätzend |
Stoff, erwärmt |
unter Begasung |
Meeresschadstoffe |
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| Zusatzmarkierung für ätzende Stoffe |
rotes Dreieck mit einem roten Thermometer |
Markierung für Beförderungseinheiten, die unter Begasung transportiert werden. An Containern meist an der Tür angebracht. So markierte Beförderungseinheiten nicht betreten. |
Dreieck, weiß mit symbolisierten, durchgestrichenen Fisch, International mit Aufschrift "MARINE POLLUTANT" |
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Gefahrentafel
Gefahrentafeln (orangefarbige Warntafel) sind rechteckige, orangefarbige Tafeln, die entweder übereinander zwei Nummerncodes haben oder leer sind.
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Orangefarbige Warntafeln |
Gefahrnummer 33
UN-Nummer 1203 |
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verschiedene Stoffe und Gefahren |
Eine leere Gefahrentafel wird dann verwendet, wenn unterschiedliche Gefahrgüter zusammen transportiert werden, also beispielsweise unterschiedliche Kartons oder Paletten, oder die einzelnen Kammern eines Tankwagens mit unterschiedlichen Stoffen gefüllt sind. Transporte der Klassen 1 (Explosivstoffe, Munition etc.) und 7 (Radioaktive Stoffe) werden ebenfalls mit leeren Warntafel gefahren.
Bei nummerierten Tafeln gibt die obere Nummer Aufschluss über die Art der Gefahr (Gefahrnummer, auch Kemler-Zahl genannt), beispielsweise steht die 33 für leicht entzündlich. Die untere Nummer gibt Auskunft über die Chemikalie selbst (UN-Nummer, auch Stoffnummer genannt). Zum Beispiel steht die 1202 für Dieselkraftstoff oder Heizöl.
Für die Tafeln ist von ADR eine Größe von 40 mal 30 cm vorgeschrieben. Sie müssen so ausgeführt sein, dass die Nummern auch nach einer Brandeinwirkung von 15 Minuten noch lesbar sind. Nach RID ist die Kennzeichnung von Waggons eigens geregelt. Nur bei der Rollende Landstraße gelten auch im Bahnbereich die ARD-Regelungen.
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Die Kemler-Zahl |
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Die Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr (auch Gefahrnummer oder Kemler-Zahl) ist die Zahl, die in der oberen Hälfte einer Gefahrentafel an Fahrzeugen angegeben ist. Sie gibt Aufschluss über die vom transportierten Stoff (Gefahrgut) ausgehenden Gefahren und ist im ADR definiert. Die Nummer besteht aus mindestens zwei bis maximal drei Ziffern, eventuell mit einem vorangestellten " X ".
" X " bedeutet, daß der Stoff nicht mit Wasser in Berührung gebracht werden darf.
Die Verdopplung einer Ziffer bedeutet eine Erhöhung der Gefahr. Kombinationen von Ziffern sind möglich. Ist eine einzelne Ziffer ausreichend, so wird eine Null angehängt.
Ziffer 1: Hauptgefahr
2 = Gas
3 = Entzündbarer flüssiger Stoff
4 = Entzündbarer fester Stoff
5 = Entzündbarer oxidierender Stoff oder organ. Peroxid
6 = Giftiger Stoff
7 = Radioaktiver Stoff
8 = Ätzender Stoff
9 = Verschiedene gefährliche Stoffe
Ziffer 2 u. Ziffer 3: Zusätzliche Gefahr
0 = keine weitere Gefahr
1 = Explosion
2 = Entweichen von Gas
3 = Entzündbarkeit
5 = Entzündende ( oxidierende) Eigenschaften
6 = Giftigkeit
7 = Radioaktivität
8 = Ätzwirkung
9 = Gefahr einer heftigen Reaktion
Bedeutung der Ziffernkombinationen
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UN-Nummer |
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Die UN-Nummer, auch Stoffnummer genannt, ist eine von einem Experten-Komitee der Vereinten Nationen festgelegte vierstellige Nummer, die für alle gefährlichen Stoffe und Güter (Gefahrgut) festgelegt wird. Sie ist die untere Nummer auf den orangefarbigen Warntafeln (Gefahrentafel), welche auf vielen Gefahrguttransporten angebracht sind.
Einige Beispiele:
1202: Dieselkraftstoff oder Heizöl
1203: Benzin oder Ottokraftstoff
1223: Petroleum beziehungsweise JET-A1 (Kerosin)
1230: Methanol |
Gefahrendiamant
Auf einen Blick gibt der Gefahrendiamant Informationen über die Gesundheitsgefahr, die Brandgefahr, die Reaktionsgefahr und die besonderen Anweisungen. Er stammt vom National Fire Protection Agency der USA.
In den einzelnen Farbfeldern wird durch das Eintragen von Zahlen oder Symbolen ein schneller Überblick ermöglicht.
| Blau |
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Rot |
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Gelb |
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Weiß |
| Gesundheitsgefahr |
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Brandgefahr |
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Reaktionsgefahr |
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Besondere Anweisungen |
| 0 |
Ohne besondere Gefahr |
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0 |
Keine Brandgefahr unter üblichen Bedingungen |
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0 |
Keine Gefahr unter normalen Bedingungen |
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Leeres Feld |
Wasser als Löschmittel zulässig |
| 1 |
Geringe Gefahr
Atemschutz empfohlen |
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1 |
Entzündungsgefahr nur bei Erhitzung |
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1 |
Wird bei Erhitzung instabil
Schutzmaßnahmen erforderlich |
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Kein Wasser als Löschmittel verwenden |
| 2 |
Gefährlich!
Aufenthalt im Gefahrenbereich nur mit Atemschutzgerät und einfacher Schutzkleidung |
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2 |
Entzündungsgefahr nur bei Erwärmung |
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2 |
Heftige chemische Reaktion möglich
verstärkte Schutzmaßnahmen
Löschangriff nur aus sicherem Abstand |
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Bei Leckage Austritt von Radioaktivität |
| 3 |
Sehr gefährlich!
Aufenthalt im Gefahrenbereich nur mit Atemschutzgerät und voller Schutzkleidung |
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3 |
Entzündungsgefahr bei normaler Temperatur |
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3 |
Explosionsgefahr bei Hitzeeinwirkung oder starker Erschütterung durch Schlag
Sicherheitszone bilden
Löschangriff nur aus Deckung |
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| 4 |
Äußerst gefährlich!
Jeden Kontakt mit Flüssigkeit oder Dämpfen ohne speziellen Schutz vermeiden |
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4 |
Extrem leicht entzündlich bei allen Temperaturen |
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4 |
Große Explosionsgefahr!
Sicherheitszone bilden
bei Brand gefährdetes Gebiet sofort räumen |
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Unfallmerkblatt
Bei Gefahrguttransporten ist es Vorschrift, Unfallmerkblätter mitzuführen, die für den Fahrer wichtige Informationen über die Handhabung der gefährlichen Güter beinhalten. Unfallmerkblätter sind eine wertvolle Hilfe bei unvorhergesehenen Zwischenfällen bei Gefahrguttransporten und enthalten Anweisungen für den Fahrer, die ihm und der Umwelt helfen, im Falle eines Unfalls unbeschadet davonzukommen. Rechtlich korrekt heißen die UMB'er heute Schriftliche Weisungen.
Sie müssen bestimmte Informationen enthalten, die im Gesetz (ADR-Vorschriften) vorgesehen sind und in Deutschland durch die RSE (Anlage 13) näher bestimmt werden:
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offizielle Bezeichnung des transportierten Gutes |
| - |
Eigenschaften des Ladegutes |
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Art der Gefahr |
| - |
mitzuführende persönliche Schutzausrüstung (Fahrer) |
| - |
mitzuführende Ausrüstung im Fahrzeug (Kanalabdeckung, ...) |
| - |
Maßnahmen des Fahrers im Fall eines Unfalles |
| - |
Notruf-Telefonnummern (Polizei, Feuerwehr) |
| - |
Maßnahmen bei Feuer |
| - |
Erste Hilfe-Maßnahmen |
| - |
Telefonnummern, wo man Unterstützung bekommen kann. (Notrufnummern) |
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sowie weitere Angaben |
Wichtig ist, dass die Unfallmerkblätter in den Sprachen aus den Ländern mitgeführt werden, durch die der Transport führt. Weiterhin ist ein zusätzliches Merkblatt in der Sprache des Fahrers mitzuführen, wenn diese von den Sprachen der durchfahrenen Länder abweicht. Die Unfallmerkblätter sind von Fahrer im Führerhaus mitzuführen.
Die Unfallmerkblätter sind eigentlich nicht mehr gedacht für Feuerwehren oder Rettungskräfte und auch nicht mehr hinter den orangefarbenen Warntafeln anzubringen. Diese Aufgabe haben die standardisierten ERI-Cards übernommen. Dennoch sind gut formulierte UMB auch hier eine wertvolle Hilfe.
ERI-Cards
Die Unfallmerkblätter enthielten ursprünglich auch Informationen für Rettungskräfte, wie Beispielsweise die Feuerwehr. Diese Informationen sind mittlerweile in den ERI-Cards zu finden. Die ERI-Cards oder Emergency Response Intervention Cards geben Hinweise für Erstmaßnahmen bei einem Unfall mit Gefahrgut.
Vor allem der Feuerwehr dienen sie als Informationsspender, wie mit dem jeweiligen Stoff umgegangen werden muss und welche spezielle Ausrüstung benötigt wird. Vor allem sind die ERI-Cards wichtig, wenn man keine weiteren Informationen des Herstellers über das relevante Material hat.
Sie können entweder in Katalogform vorliegen oder in einer Datenbank abgerufen werden.
http://www.ericards.net/
Sie haben folgende Informationen:
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UN-Nummer |
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Gefahrnummer |
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ADR-Klasse |
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Stoffeigenschaften |
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Gefahren |
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Persönliche Schutzausrüstung |
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Maßnahmen bei Stoffaustritt |
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Maßnahmen im Brandfall |
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Erste Hilfe |
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Vorsichtsmaßnahmen bei der Bergung |
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Maßnahmen nach dem Einsatz |
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Wie die Schutzbekleidung abgelegt werden muss |
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Reinigung der Ausrüstung |
Sie wurden von der Europäischen Union gefördert und dürfen frei kopiert werden, die Kopien allerdings nicht verkauft werden.
TUIS
Die Werkfeuerwehren der Chemischen Industrie unterhalten gemeinsam das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS). Hier kann man rund um die Uhr telefonisch einen Experten erreichen, der Auskünfte über die Handhabung der gefährlichen Stoffe geben kann. Unternehmen der Chemischen Industrie aus Deutschland und Österreich unterhalten gemeinsam das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS). Hier können rund um die Uhr Experten telefonisch erreicht werden, die Auskünfte über die Handhabung von gefährlichen Stoffen und Gütern geben können. Bei größeren Gefahrgutunfällen stellen die Werkfeuerwehren auch spezielle Feuerwehrfahrzeuge, die die örtliche Feuerwehr unterstützen, beispielsweise um beschädigte Tanklastzüge leer zu pumpen.
Die Hilfe durch TUIS wird gegliedert in drei Stufen:
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Stufe 1: |
Telefonische Fachberatung |
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Stufe 2: |
Beratung durch einen Fachberater vor Ort |
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Stufe 3: |
Unterstützung durch eine oder mehrere Werkfeuerwehren vor Ort mit speziellem Gerät |
Angefordert werden kann die Hilfe nur von autorisierten Stellen wie Feuerwehren, Polizei oder Wasserrechtsbehörden.
Manche Chemiebetriebe, wie die Wacker-Chemie in Bayern, bieten auch Schulungen und Trainingsmöglichkeiten für Feuerwehren an.
Dem TUIS-System gehören derzeit 150 Betriebe in Deutschland und 49 Betriebe in Österreich an.
Die meisten Fälle betreffen die Stufe 1, wenn Schadstoffe aus lecken Behältern entweichen.
TUIS ist auch international im Dachverband der europäischen chemischen Industrie (CEFIC) verankert.
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